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Wie verhindern Sie die Zunahme von Stress?

Mittwoch 22 Juli 2020

„Stress ist völlig normal und gehört zum Leben“, sagt der deutsche Wissenschaftler Tobias Esch. Doch wie viel Stress ist noch gesund und wie verhindern wir, dass wir daran zugrunde gehen? In diesem Artikel erläutern wir kurz, wie Lifestyle-Interventionen Ihnen helfen können, das Stressniveau zu normalisieren.

Früher und heute

Wenig von dem, was wir heute tun, tun wir so, wie wir es früher taten: essen, trinken, schlafen, bewegen. Früher lebten wir nicht in einem Dschungel aus Umweltverschmutzung, ungesundem Essen, Computern und Schlafentzug. Heutzutage können wir von großen Epidemien chronischen Stresses und (damit assozierten) Wohlstandskrankheiten sprechen.

Zwei Formen der Stressbewältigung

Esch erklärt, dass es verschiedene Methoden gibt, um sicherzustellen, dass wir mit Stress wachsen und mit ihm im Alltag umgehen können. Stress ist die Fähigkeit des Körpers, sich an interne oder externe Stressoren anzupassen. Der Körper ist eigenständig dazu in der Lage, Stress durch endogene und automatische Mechanismen zu bewältigen, aber es gibt auch Methoden, die wir erlernen und selbst aktivieren können. Die letztere Form der Stressbewältigung besteht beispielsweise aus Interventionen, die auf Verhalten, Bewegung, Entspannung und Ernährung abzielen, einschließlich sozialer Unterstützung und Spiritualität.

Gemeinsame Neuroprinzipien

Da das primäre Ziel verschiedener Methoden zur Stressreduktion ähnlich ist, nämlich die Stressbewältigung, gingen Esch und seine Kollegen davon aus, dass sich die zugrunde liegenden physiologischen und neurobiologischen Prinzipien überschneiden. Diese Methoden scheinen auf das limbische System (das emotionale Areal im Gehirn) einzuwirken, in dem Neurotransmitter wie Dopamin, Endorphine und Morphine eine Rolle spielen.

Das BERN-Konzept

Esch kommt in seiner Arbeit zu dem Schluss, dass es entscheidend ist, Lebensstil-Interventionen als Mittel zur Stressbewältigung einzusetzen. Er entwickelte hierfür das BERN-Konzept, das für „Behavior“ (Verhalten), „Exercise“ (körperliche Aktivität), „Relaxation“ (Entspannung) und „Nutrition“ (Ernährung) steht. Im Folgenden erläutern wir, was mit diesen Kategorien gemeint ist.

Behavior: Dies umfasst soziale und kreative Aktivitäten, die einer Person Freude bereiten und so soziale Interaktion, Freundschaft, Liebe usw. stimulieren. Dazu gehören auch kognitive Verhaltenstherapie und motivierende, positive Psychologie.

Exercise: Dies umfasst sowohl aerobes (z. B. Laufen, Schwimmen und Radfahren) als auch anaerobes Training (Krafttraining).

Relaxation: Massagen, Meditation und Yoga können zum Beispiel für Entspannung sorgen. Darüber hinaus ist ein guter Biorhythmus mit ausreichend Schlaf (7 bis 8 Stunden pro Nacht) wichtig.

Nutrition: Eine gesunde Ernährung wirkt entzündungshemmend, wie besipielsweise die Paleo- oder Mittelmeerdiät. Unter anderem industriell verarbeitetes Getreide, Zucker, künstliche Süßstoffe, Transfette und gesättigte Fette enthalten entzündungsfördernde Substanzen, die Sie vermeiden sollten.

Wissen in der Praxis: Lifestyle-Medizin

Unter Lifestyle-Medizin verstehen wir die zielgerichtete und aktive Ausübung von Lifestyle-Beratungs- und Behandlungskompetenz im weitesten Sinne mit dem Ziel, die Kontrolle über die eigene Gesundheit zu erhöhen und damit gesunde Menschen gesund zu erhalten und kranke Menschen zu heilen. Dazu gehören auch der Umgang mit Stress und die Anwendung von Lifestyle-Interventionen, bei denen Ernährung, Bewegung, Supplementierung, Schlafhygiene, Biorhythmus, Rauch- und Trinkverhalten, Motivation und soziale Bindung Beachtung finden.

Literatur 

Esch, T., Stefano, G.B. (2010). The neurobiology of stress management. Neuroendocrinol Letters. 31(1):19–39. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20150886 

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