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Zink: warum und in welcher Form?

Dienstag 30 Juni 2020

Zink ist ein essentielles Spurenelement. Insgesamt befinden sich im Körper 2-4 Gramm Zink. Zink ist nach Eisen das zweithäufigste Spurenelement im Körper (Rink 2000). Da der menschliche Körper Zink nicht speichern kann, muss es Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Zink kommt von Natur aus in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch (vor allem Innereien), Nüssen, Geflügel und Meeresfrüchten vor. Seitdem die Menschen stärker von der Landwirtschaft abhängig geworden sind und weniger jagen, fischen und sammeln, sind die Zinkaufnahme und die Bioverfügbarkeit deutlich zurückgegangen (Solomons 2001).

Die Existenz von Zinkmangelzuständen wurde erstmals 1963 in einer Studie an Landwirten wissenschaftlich nachgewiesen, deren Ernährung hauptsächlich aus Getreide, Möhren und Gemüse bestand und wenig Zink enthielt (Prasad 1963, Sandstead 2013).

Ein Zinkmangel ist heutzutage am häufigsten in den (Sub-)Tropen aufgrund von Ernährungsmängeln anzutreffen (Wessells 2012), aber auch in anderen Ländern werden suboptimale Zinkspiegel beobachtet. Darüber hinaus enthält Schweiß relativ viel Zink, so dass der Verlust dieses Mineralstoffs in wärmeren Klimazonen höher ist. Der Zinkverlust durch Schweiß beträgt etwa 3-4 mg pro Tag und kann sich auf bis zu 14 mg pro Tag belaufen (Driskell 2009). Ein Zinkmangel ist manchmal aufgrund verschiedener Faktoren, wie einer Vielzahl unspezifischer und asymptomatischer Beschwerden, schwer nachzuweisen.


Zinkmetabolismus

Die Aufnahme von Mineralstoffen aus der Nahrung wird durch die sogenannte Resorptionskonkurrenz beeinflusst. Die Resorption von Mineralstoffen im Darm ist in den meisten Fällen passiv (mit Ausnahme von Eisen und Calcium). Die meisten Mineralstoffe gelangen als Ionen in den Darm, wo sie über einen passiven Transporter aufgenommen werden. Der Transporter ist unspezifisch, was bedeutet, dass er alle Arten von Mineralstoffen aufnehmen kann. Infolgedessen können sich die verschiedenen Mineralstoffe gegenseitig in ihrer Aufnahme behindern.

Neben dieser Mineralstoffkonkurrenz kann die Aufnahme von Zink durch die Ernährungsfaktoren Phytat, Oxalsäure und Tannine beeinflusst werden. Phytat kommt in Nüssen, Samen und ballaststoffreichen Körnern vor. Oxalsäure kommt in grünem Gemüse vor. Tannine sind weit verbreitet und kommen in (unreifem) Obst, Gemüse, Kakao, Kaffee und Tee vor. Diese Ernährungsfaktoren sind in der Lage, sich an elementares Zink zu binden, so dass es nicht vom Darm aufgenommen werden kann (Solomons 2001, Lönnerdal 2000, Rink 2000).

Bei einem erhöhten körperlichen Bedarf an Zink ist die körpereigene Zinkhomöostase effizienter. Die Zinkhomöostase umfasst die Aufnahme und Ausscheidung von Zink aus dem Körper über den Stuhl. Bei ausreichender Zinkaufnahme und einem guten Zinkstatus im Körper wird überschüssiges Zink über den Stuhl ausgeschieden. Wenn die Zinkaufnahme gering ist, wird weniger Zink über den Stuhl ausgeschieden (Ziegler 1989, Sian 1996, Sian 2002). Auch die Zinkresorption ist bei geringer Zinkaufnahme effizienter, was wahrscheinlich auf eine höhere Produktion von Metallothionein-Proteinen zurückzuführen ist. Diese Proteine werden in der Bauchspeicheldrüse produziert und binden Metalle, so dass sie aktiv resorbiert werden können (Van Wouwe 1994, King 2000). Auch wenn der Körper in der Lage ist, die Zinkwerte bei Nährstoffmangel zu regulieren, ist es dennoch sinnvoll, die Zinkwerte auf einem ausreichenden Niveau zu halten. Ein Zinkmangel in der Nahrung kann zu einer Umverteilung von Zink in Zellen und Gewebe führen. Leber, Knochen und Hoden können dann Zink verlieren, damit andere Gewebe mit Zink versorgt werden können (King 2000). Symptome eines Zinkmangels bei Kindern sind daher typischerweise im Gewebe von Leber, Knochen und Hoden sichtbar. Bei Erwachsenen sind die Mangelsymptome vielfältiger und ein Mangel ist manchmal schwer zu diagnostizieren. Ein guter Hinweis für einen Zinkmangel ist eine Verminderung des Geruchs- und Geschmackssinns. Aufgrund der homöostatischen Regulation von Zink im Blutserum stimmen die Zinkspiegel im Blut nicht direkt mit der Aufnahme überein (Moran 2012, Alpers 2012).


Supplementierung von Zink: in welcher Form?

Manchmal ist es notwendig, den körpereigenen Zinkspiegel wieder aufzufüllen. Zinkmethionin ist dafür die geeignetste Form. Zinkmethionin ist elementares Zink, das an die Aminosäure Methionin gebunden ist. Aminosäuregebundene Mineralstoffe vermeiden die Resorptionskonkurrenz, da sie über den aktiven Aminosäuretransport im Darm aufgenommen werden. Methionin ist eine der am besten resorbierbaren Aminosäuren. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die eine Schlüsselrolle in vielen Prozessen spielt und zu einer normalen Proteinsynthese beiträgt. Methionin ist die "Starter-Aminosäure" und steht in einem neu gebildeten Protein immer an erster Stelle. Der Körper nimmt daher bevorzugt Methionin auf. Eine Zink-Methionin-Verbindung hat somit einen Vorteil gegenüber anderen Aminosäure-Zink-Verbindungen. Darüber hinaus bindet sich Zink in einer Aminosäureverbindung nicht an Nahrungsfaktoren wie Phytat, Oxalsäure und Tannine.

Andere Formen von Zink sind anorganisches Zinkoxid, das Salz Zinksulfat oder an organische Säure gebundene Formen von Zink wie Zinkcitrat, Zinkpicolinat und Zinkgluconat. Zinkoxid wird im Allgemeinen nicht in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, kann aber in Kosmetika, Sonnenbrand- und Aknecremes verwendet werden. Bei Anwendung auf der Haut hat Zinkoxid eine antibakterielle und UV-absorbierende Wirkung. Als Nahrungsergänzungsmittel verfügt Zinkoxid über eine schlechte Bioverfügbarkeit.

Zinksulfat ist ein Zinksalz, das sich im Magen in Ionen spaltet. Die Ionen können sich an Nahrungsfaktoren binden, die die Verfügbarkeit von Zink reduzieren und bei der Resorptionskonkurrenz mitspielen. Die Resorption von Zink in Form von Zinksulfat ist daher geringer als die von Zink in einer Aminosäureverbindung.

Zinkcitrat, Zinkpicolinat und Zinkgluconat sind an organische Säuren gebundene Zinkverbindungen. Diese Zinkverbindungen haben den Vorteil, dass sie sich nicht an Nahrungsfaktoren binden und die Mineralstoffkonkurrenz umgehen. Von diesen drei Zinkverbindungen ist Zinkpicolinat am besten resorbierbar, aber die Resorption von Zink ist geringer als bei einer Aminosäureverbindung.


Funktionen von Zink

Zink unterstützt zahlreiche biologische Prozesse und ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymen.

Das Immunsystem schützt den Körper vor unerwünschten und fremden Substanzen. Zink hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und schützt gesunde Zellen und Gewebe. Auf diese Weise unterstützt Zink die Abwehrkräfte des Körpers.

Mit einer Oberfläche von 1,7 m2 wird die Haut auch als das größte Organ des menschlichen Körpers bezeichnet. Zink unterstützt die Regenerationsfähigkeit der Haut und nährt die Haut (von innen). Darüber hinaus ist Zink gut für den Zellteilungsprozess und trägt zur Produktion von Zellen und Gewebe bei.

Zink kann auch bei Stress und Anspannung eingesetzt werden. Zink trägt zur normalen Stressresistenz bei und hilft bei psychischem Druck und Anspannung. So sorgt Zink für einen klaren Kopf. Zink leistet auch einen Beitrag zur Erhaltung der kognitiven Funktionen und trägt zur normalen Intelligenz, Lernfähigkeit und Konzentration bei.

Knochen unterstützen den Körper, indem sie Struktur und Schutz bieten. Mehr als 85 % des im Körper vorhandenen Zinks findet sich in Knochen und Muskeln (Institute of Medicine 2001). Zink ist wichtig für die Zusammensetzung der Knochen und spielt eine Rolle bei der Knochenbildung. Eine ausreichende Zinkzufuhr ist daher wichtig, da Zink die Knochen unterstützt.

Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Interaktion zwischen den verschiedenen Nahrungsfaktoren. Zink trägt nämlich zu einem normalen Stoffwechsel von Vitamin A und zu einem normalen Kohlenhydratstoffwechsel bei.

Zink ist gut für die männliche Fruchtbarkeit. Es trägt zur Spermienproduktion und zur Aufrechterhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei. Zink ist daher gut für eine normale Spermienqualität und trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Fortpflanzung bei.


Qualität

Die Qualität von Zinkpräparaten ist sehr unterschiedlich. Faktoren, die die Qualität eines Zinkpräparats beeinflussen, sind seine Bioverfügbarkeit und die Cadmiumkonzentration. Die Bioverfügbarkeit von Zinkmethionin ist hoch, weil es sich nicht an andere Nährstoffe bindet und weil es direkt vom Darm aufgenommen werden kann.

Cadmium ist ein Element, das sich nur schwer von Zink trennen lässt. Zinkpräparate von geringer Qualität können hohe Cadmiumgehalte aufweisen, was sie für eine langfristige Einnahme ungeeignet macht. Cadmium kann oxidativen Stress verursachen und hat im menschlichen Körper keine biologische Funktion (Krone 2001). Bonusan Zinkmethionin wird umfassend auf den Cadmiumgehalt getestet und entspricht den europäischen Vorschriften.


Wissen in der Praxis

Ein Zinkmangel kann asymptomatisch sein, da Zink so viele biologische Prozesse beeinflusst. Das wichtigste Symptom eines Zinkmangels ist ein verminderter Geruchs- und Geschmackssinn. Ein Mangel kann z. B. durch einen erhöhten Bedarf des Körpers oder durch unzureichende Ernährung entstehen. Ein Beispiel für eine unzureichende Ernährung ist eine vegetarische Ernährungsweise, da sie relativ wenig Zink beinhaltet und viele Nahrungsfaktoren enthält, die die Aufnahme von Zink behindern.

Da Zinkmethionin sich nicht an Nahrungsfaktoren bindet, kann es mit der Nahrung aufgenommen werden, und im Vergleich zu anderen Arten von Zinkpräparaten wie Zinksulfat reichen niedrigere Dosen aus. Darüber hinaus ist die Resorption einer Zink-Aminosäure-Verbindung besser als die einer Zinkverbindung mit einer organischen Säure wie Zinkcitrat. Von den Aminosäuren wird Methionin bevorzugt, weil es vom Darm gut resorbiert wird.

Bonusan Zink-Methionin 15 mg Kapseln enthalten 75 mg L-Optizinc mit 20% elementarem Zink. L-Optizinc enthält nur L-Methionin und daher kein D- oder DL-Methionin. L-Methionin ist die biologisch verfügbare linksdrehende Form von Methionin. L-Optizinc enthält also nur die natürliche Variante der Aminosäure Methionin, die von unserem Körper erkannt werden kann.

Die Dosierungen sind personenbezogen und variieren von 1 bis 3 Kapseln mit 15 mg elementarem Zink pro Kapsel. Bei erhöhtem Zinkbedarf oder unzureichender Zufuhr über die Nahrung kann ein Nahrungsergänzungsmittel eine Lösung sein. Bei bestimmten therapeutischen Behandlungsschemata können höhere Dosen verschrieben werden.


Literatur

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